Alfons in Billstedt: „Ich will wissen, was Ihr denkt“

Im Billstedter Kulturpalast kommen an diesem Vormittag fast 100 Jugendliche der Katholischen Schule St. Paulus sowie weiterer staatlicher Schulen zusammen – um zu sprechen, zu hören und den Wert der Demokratie neu zu begreifen. Ihr Gesprächspartner: Emmanuel Peterfalvi, besser bekannt als „Alfons“. Kabarettist, Wahl-Hamburger, französischer Beobachter der deutschen Seele – und leidenschaftlicher Verteidiger demokratischer Werte. Mit Puschelmikro und Sportjacke wurde Alfons durch seine pointierten Umfragen auf deutschen Wochenmärkten für die NDR-Sendung extra 3 bekannt. Doch an diesem Tag steht nicht der Humor im Vordergrund, sondern das Zuhören. Und der ehrliche Austausch.
„Ich will wissen, was ihr denkt. Ohne Wenn und Aber“, eröffnet Alfons die Diskussion. „Es gibt heute kein Falsch und kein Richtig.“ Eine klare Einladung – und ein starkes Signal an eine Generation, die oft das Gefühl hat, nicht gehört zu werden. Und die nimmt den Faden auf, spricht über das, was im Leben gut läuft (Freundschaften und Familie) und weniger gern gesehen ist (Extremismus von links und rechts, abgehobene Politiker_innen, schulischer Stress). Und so entwickelt sich ein intensives 90-minütiges Gespräch – mit unterschiedlichen Ansichten, Wünschen und Bedürfnissen. Und mit dem einen Ziel: zu verdeutlichen, dass Demokratie nur lebt, wenn man sich austauscht und andere Meinungen akzeptiert. Wenn man hinterfragt und mitgestaltet.
Die Jugendlichen haben zuvor gemeinsam Alfons’ Programm „Jetzt noch deutscherer“ gesehen, das Teil eines umfassenden Schulprojekts ist. Die Initiative ist längst über den Theaterraum hinausgewachsen: Aus den Begegnungen mit jungen Menschen entstand die Grand-Mère-Stiftung, die sich für Menschlichkeit, Demokratie und politische Bildung engagiert. Hunderte Schulbesuche hat Alfons inzwischen absolviert – jeder einzelne getragen von der Überzeugung, dass Demokratie brüchig ist. Und unser aller Einsatz bedarf.

