Aktuelles

Religionspädagogisches Arbeitsforum 2026

Think Tank für den Religionsunterricht der Zukunft

Religionspädagogisches Arbeitsforum 2026
Mehr als 80 Expertinnen und Experten aus ganz Deutschland haben sich vom 25. – 27. Februar in Himmelspforten in Würzburg getroffen, um über die Entwicklung und Gestaltung des Religionsunterrichts in Deutschland zu beraten. Veranstaltet wurde die Tagung vom Religionspädagogischen Arbeitsforum, einem bundesweiten Netzwerk von Verantwortlichen aus Wissenschaft, Kirche und Schulverwaltung. Die diesjährige Tagung stand unter dem Titel „Optimierung, Change oder Transformation? Impulse zur Gestaltung des Religionsunterrichts in Deutschland“.

Im Mittelpunkt der Beratungen standen zentrale Zukunftsfragen religiöser Bildung. Professor Nils Berkemeyer von der Friedrich-Schiller-Universität Jena betonte in seinem Beitrag die Bedeutung einer anerkennungsorientierten Pädagogik für Schulentwicklung und für die Weiterentwicklung des Religionsunterrichts. Professorin Simone Birkel von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt führte in ethische Fragen von Transformationsprozessen ein und rückte insbesondere die Bildung für Nachhaltige Entwicklung als wichtige Perspektive für die Religionspädagogik in den Fokus. Professorin Britta Baumert von der Goethe-Universität Frankfurt lenkte den Blick auf die Frage, wie der Religionsunterricht der Heterogenität der Schülerschaft in den Klassenzimmern besser gerecht werden könne, und hob das ideologiekritische Potential des Religionsunterrichts in den Vordergrund sowie den Bedarf, die gesellschaftlichen Gegenwartsfragen deutlich in den Religionsunterricht einzubringen.

„Wir diskutieren Entwicklungsansätze. Wir diskutieren konzeptionelle Ansätze. Religionsunterricht reagiert auf die gesellschaftlichen Veränderungen. Eine konsequente Orientierung an den Fragen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler trägt der zunehmenden Heterogenität in den Klassenzimmern Rechnung. Als dialogorientiertes und wertorientiertes Bildungsformat kann der Religionsunterricht so einen spezifischen Beitrag zur Verwirklichung des allgemeinen schulischen Bildungsauftrags leisten“, erklärte Dr. Christopher Haep, Sprecher des Vorstands des Religionspädagogischen Arbeitsforums und Schulabteilungsleiter im Erzbistum Hamburg. „Der Religionsunterricht will weder missionieren noch Bekenntnis erzwingen. Vielmehr fördert er religiöse Urteilsfähigkeit und Dialogbereitschaft, da die erworbenen Kenntnisse mit anderen Weltzugängen abgeglichen und die dahinterliegenden Grundfragen erschlossen werden“, so Haep. So trage der Religionsunterricht zu einer umfassenden, differenzierten Weltsicht bei. Dabei gelte: Religiöse Bildung sei ein ‚Modus der Weltbegegnung‘, der durch keinen anderen ersetzbar sei. Religionsunterricht leiste einen eigenständigen und unverzichtbaren Beitrag zur Wertebildung, Identitätsentwicklung und interreligiösen Verständigung in einer pluralen Gesellschaft, erklärte Haep.

Auch Susanne Orth, Vorsitzende der Konferenz der Schulabteilungsleitungen der deutschen Diözesen und Hauptabteilungsleiterin Bildung im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg, unterstrich die Bedeutung des Forums: „Das Religionspädagogische Arbeitsforum ist für kirchlichen Schulabteilungen eine Art Think Tank, in dem die Zukunftsfragen des Religionsunterrichts vorgedacht und diskutiert werden. Mehr denn je brauchen wir dieses Expertenforum. Wir freuen uns über die Resonanz aus Wissenschaft, kirchlichen und staatlichen Schulverwaltungen und anderen Institutionen.“

Das Religionspädagogische Arbeitsforum versteht sich als Plattform für fachlichen Austausch, strategische Verständigung und innovative Impulse zur Weiterentwicklung des Religionsunterrichts in Deutschland.

www.religionspädagogisches-arbeitsforum.de

 

Religionspädagogisches Arbeitsforum 2026

Bild: Vorstandsmitglieder Dr. Christopher Haep (1.v.l.), Prof. Dr. Birgit Hoyer (4.v.l.), und Dr. Ralf Stammberger (1.v.r.) mit Referentinnen und Referenten der Tagung in Würzburg.

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Raum der Stille - Grüne Kissen liegen im Kreis auf einem Teppichboden, in der Mitte stehen ein Holzengel und vier brennende Kerzen

Neuer Raum der Stille in Billstedt

Raum der Stille - Grüne Kissen liegen im Kreis auf einem Teppichboden, in der Mitte stehen ein Holzengel und vier brennende Kerzen
Kurz vor den Ferien wurde and er Katholischen Schule St. Paulus in Billstedt der neu gestaltete Raum der Stille feierlich eingeweiht. Gemeinsam mit Pfarrer Felix Evers, der Schulleitung, Kolleginnen der Schulpastoral sowie den  Friedensbotschafter_innen entstand eine ruhige und würdige Atmosphäre. Ein besonderer Programmpunkt war das „Tagebuch des Raums“, eindrucksvoll vorgetragen von Lehrer Andreas Lanvermeyer, der davon erzählte, wie sich der Raum früher als Küche und als Lehrerzimmer gefühlt hat und was er sich nun als Raum der Stille wünscht. Anschließend legten die Friedensbotschafter_innen ihre selbst gestalteten Friedenstauben in die Mitte. Darauf hatten sie festgehalten, was der Raum der Stille für sie bedeutet – etwa Ruhe, Frieden, Chillen oder einen Ort zum Nachdenken. Nach einem Moment gemeinsamer Stille segnete Pfarrer Evers den Raum und alle Anwesenden. Damit wurde der Raum offiziell seiner neuen Aufgabe übergeben: ein Ort zu sein, an dem Menschen zur Ruhe kommen und neue Kraft schöpfen können. Ein herzlicher Dank gilt dem Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken, das die Gestaltung des Raumes aus Mitteln der Bischof Konrad Martin-Stiftung großzügig finanziert und ermöglicht hat.

Wir freuen uns sehr, dass die Grund- und Stadtteilschule nun über einen solchen Ort der Ruhe und des Friedens mitten im Schulalltag verfügt.

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Junge Frau sitzt auf einem Holztisch auf einem Schulhof, im Hintergrund die Fassade des Schulgebäudes

Ex-Schülerin unterrichtet am Niels-Stensen-Gymnasium

Junge Frau sitzt auf einem Holztisch auf einem Schulhof, im Hintergrund die Fassade des Schulgebäudes

„Ja, ich habe das Gefühl, angekommen zu sein“, erzählt Jana Gugenheimer und blickt sich dabei im Musikraum des Harburger Niels-Stensen-Gymnasiums um. Die 25-Jährige saß vor einigen Jahren hier noch selbst auf der Schulbank, bevor sie 2015 ihr Abitur machte und sich später für ein Lehramtsstudium entschied. Dass Musik dabei eines ihrer Hauptfächer sein würde, schien selbstverständlich. Schließlich kommt Gugenheimer als Tochter eines Instrumentallehrers und einer Ballettlehrerin aus einer durch und durch musikalischen Familie. Sie selbst setzt sich gern ans Schlagzeug, spielt Gitarre, Akkordeon, Klavier und Orgel. „Für ein Blasinstrument hat es leider nicht gereicht. Ich war viel zu lange Zahnspangenträgerin“, lacht die talentierte junge Frau. Als Nachhilfelehrerin für Mathe, Latein und Klavier merkte sie schon als Schülerin, dass ihr auch das Vermitteln von Unterrichtsstoff lag. Für die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Musik und Theater bereitete sich Gugenheimer bereits im 12. Jahrgang intensiv auf Gesang, Gehörbildung und Musiktheorie vor. Da kam es ihr zugute, dass sie am Niels-Stensen-Gymnasium als Pianistin während ihrer Schulzeit im Schulorchester mehr und mehr in verantwortliche Rollen hineinschlüpfen und im Laufe ihrer Lehrtätigkeit das Anleiten von Gruppen und Chören erlernen konnte.

Und so stand die damals 20-Jährige nur zwei Jahre nach dem Abitur wieder in der Schule – diesmal als Studentin mit Lehrauftrag im Fach Musik. Die Kontakte zu ihren Lehrerinnen und Lehrern waren niemals abgebrochen, so dass es nur eine Frage der Zeit schien, bis ihr eine Mitarbeit angeboten wurde. „Das war natürlich der Jackpot. Schon damals fand ich es wichtig, die Theorie des Studiums mit der Praxis zu kombinieren. Du bekommst einfach einen ganz anderen Blick auf Schule und Lehrtätigkeit“, ist Gugenheimer überzeugt. „Der Nebenjob am NSG ist für mich ein absoluter Gewinn“, freut sich die gebürtige Harburgerin und jetzige Neu Wulmstorferin, die in ihrer Freizeit u.a. Sonntagsgottesdienste begleitet und als musikalische Leitung und Keyboarderin in der „The Musical Company Seevetal“ tätig ist.
Es sei nicht nur die Unterrichtspraxis, die ins Gewicht falle – sondern vor allem auch die Atmosphäre am katholischen Gymnasium. „Das Miteinander zwischen Schülern und Lehrkräften, zwischen Lehrkräften und Schulleitung, und den Schülern jahrgangsübergreifend – das ist hier am NSG und an den katholischen Schulen einfach sehr vertraut und besonders.“ Dass Jana Gugenheimer nicht getauft ist, spielt bei den Überlegungen, wo sie zukünftig als Lehrerin tätig sein will, keine Rolle. Das Gefühl, angekommen zu sein, hat die 25-Jährige, die im nächsten Jahr ihren Masterabschluss machen will, schon jetzt.