Fortbildung zur schulischen Krisenintervention: „Vor der Welle bleiben“

Am 19. und 20. Februar 2026 fand eine zweitägige Basisschulung zur schulischen Krisenintervention mit insgesamt 21 Teilnehmenden aus dem norddeutschen Raum statt. Lehrkräfte und Mitglieder aus Schulleitungen aus Hamburg, Lübeck und Wolfsburg (Bistum Hildesheim) sowie eine Schulsozialarbeiterin aus Rostock nutzten die Gelegenheit, sich neue Kompetenzen im Umgang mit schulischen Krisensituationen zu erarbeiten, um künftig die bestehenden Krisenteams an ihren Schulen zu stärken.
Als Referenten führten Stephan Münch und Peter Rudolf von Sinus – schulische Krisenintervention e.V. durch die Veranstaltung. Organisiert und begleitet wurde die Fortbildung von Marion Karg, Leiterin Referat 2 Schulaufsicht und schulfachliche Beratung in der Abteilung Schule und Hochschule im Erzbistum Hamburg, die selbst im Intervenieren von Krisen ausgebildet ist.
Im Zentrum der Fortbildung standen die Grundlagen des schulischen Krisenmanagements sowie eine Einführung in die Psycho- und Peritraumatologie. Die Teilnehmenden erhielten fundierte Einblicke in psychische Reaktionen auf belastende Ereignisse und lernten, wie Schulen strukturiert und professionell auf akute Krisen reagieren können. Einen besonderen Schwerpunkt bildeten praxisnahe Beratungsübungen anhand realer Fallbeispiele. Diese ermöglichten es den Teilnehmenden, Handlungssicherheit zu entwickeln und konkrete Interventionsstrategien zu erproben.
Darüber hinaus wurden Themen wie schwere zielgerichtete schulische Gewalt und deren Einschätzung sowie das Fallmanagement bei Risikoschülerinnen und Risikoschülern intensiv bearbeitet. Die Referenten vermittelten dabei nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch konkrete Instrumente zur Prävention und zur strukturierten Zusammenarbeit im Krisenfall.
Referent Stephan Münch betonte: „Vor der Welle bleiben – Prävention bedeutet, bestmöglich auf eine Krise vorbereitet zu sein.“ Ziel sei es, an Schulen Strukturen zu schaffen, die im Ernstfall schnelles, abgestimmtes und professionelles Handeln ermöglichen.
Frau Marion Karg dankte den Teilnehmenden ausdrücklich für ihr Engagement: Sie würdigte ihre Bereitschaft, sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzen und die bereits bestehenden Kriseninterventionsteams an den Schulen weiter zu stärken. Die Fortbildung leiste damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Handlungsfähigkeit der Schulgemeinschaften.
Auch aus dem Kreis der Teilnehmenden fiel die Rückmeldung durchweg positiv aus. Eine Stimme aus der Gruppe fasste die Erfahrungen so zusammen: „Wir haben viel gelernt, auch dass wir an den Schulen mehr trainieren müssen – und ja, Krise macht hungrig.“ Diese Aussage bezog sich humorvoll auf die kulinarische Rundumversorgen an beiden Fortbildungstagen.
Die Fortbildung machte deutlich, wie wichtig es ist, Krisenprävention als kontinuierliche Aufgabe zu verstehen und schulische Teams so zu qualifizieren, dass sie auch in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben – stets mit dem Ziel, „vor der Welle zu bleiben“.
